WAS IST FOTOGRAFIE ?

In der Ausgabe Dezember 2010 von FOTOHITS habe ich zum Thema "was ist Fotografie" einen interessanten Leserbrief von Horst Schulze gefunden, der meine Philosophie bezüglich Portraits von weiblichen Personen treffend wiederspiegelt:

"Was man heute, leider auch in Fotozeitschriften, an sogenannten Porträts von vor allem weiblichen Personen vorgesetzt bekommt, langweilt doch so langsam: Einheitliches Zahnspangengebiss, alles schön glatt geschliffen, das kleinste Fältchen durch Spachtel abgedeckt, jegliche Glanzstellen zugepudert, um die Augen und auf den Lippen die reinste Kriegsbemalung. Die Abgebildeten mögen ja hübsch sein, manche sogar schön. Aber das Wichtigste eines Portraits fehlt ihnen total: Einen eigenen Charakter. Für mich ist Fotografie immer noch ein realer Ausschnitt aus Raum und Zeit. Allenfalls können Kontrast und Farben verstärkt oder abgeschwächt werden, aber Dinge, die in dem erfassten Ausschnitt vorhanden waren oder nicht, können nicht entfernt oder hinzugefügt, umgestaltet oder an andere Stellen verschoben werden. In der Malerei wird doch auch eine Collage als solche und nicht als Gemälde bezeichnet. Warum also nicht auch in unserem Bereich unterscheiden zwischen Fotografie und Computerbastelei. Wobei letztere keineswegs abgewertet werden soll, sondern auch Können und ausgiebige Beschäftigung mit dieser Materie voraussetzt, aber eben nicht mit Fotografie." 

Dem ist meinerseits nichts beizufügen.